Weser Kurier

von l.iwersen • 25 Oktober 2006


Niedersachsen holen Galileo-Preis

System für Flutprognosen entwickelt

SYKE·BRAUNSCHWEIG (KF). Noch wird es ein paar Jahre dauern, bis die ersten vier Satelliten des europäischen Navigations-Systems Galileo im Orbit kreisen. Erst ab 2010 sollen sie hochpräzise Ortsbestimmungen auf der Erde ermöglichen. Die Wirtschaft aber forscht heute schon mit Hochdruck an praktischen Anwendungen. So auch zwei niedersächsische Firmen, die jetzt auf der IT-Messe Systems 2006 in München zum Regionalsieger beim europaweiten Wettbewerb Galileo Masters gekürt wurden.

Gemeinsam haben die Unternehmen eta_max space (Braunschweig) und DHI Wasser&Umwelt GmbH (Syke) das System G-WaLe (Galileo Supported Measurement of Water Level) entwickelt. „Es soll bessere Hochwasser-Vorhersagen ermöglichen“, erklärt die Geo-Ökologin Silvia Matz von DHI. Die Syker Firma bietet bereits eigene Softwaretools zur Simulation vonmöglichen Flutkatastrophen an. Klimaprognosen sagten jedoch voraus, dass sich künftig solche Ereignisse verbunden mit Milliardenschäden und immenser Gefahr für Menschenleben weltweit häufen dürften. „Selbst in technisch hoch entwickelten Ländern wie Deutschland gibt es bisher aber keine verlässlichen Vorhersagen“, so Matz. G-WaLe soll daher Daten liefern, die für Echtzeitvorhersagen und zur Planung von Hochwasserschutzmaßnahmen erforderlich sind.

Das System bestehe aus einem Netz von bis zu einigen Dutzend, etwa fußballgroßen, mobilen Schwimmeinheiten, die mit einem Galileo-Empfänger, einer Energieversorgung, einer Speicher- sowie einer Kommunikationseinheit ausgerüstet sind. Mittels Landfahrzeug, Flugzeug oder Schiff könnten die Floater bei Bedarf sehr schnell auch in abgelegenen Regionen im Fluss abgesetzt werden,umaktuell Wasserstandsangaben an eine Referenzstationam Ufer zu übermitteln. Die Vorteile von G-WaLe – hohe Mobilität und vergleichsweise geringe Kosten bei einer guten Datenqualität – konnten offenbar auch die Jury beeindrucken.

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