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von l.iwersen • 27 Oktober 2006


GALILEO Masters 2006 kommt aus Großbritannien

SYSTEMS präsentiert die besten Anwendungen für die Satellitennavigation für 2006

„And the winner is …" – Der „GALILEO Master 2006" steht fest: Conor Keegan aus Großbritannien überzeugte die Jury aus rund 80 internationalen Experten mit seiner Anwendung „GeoSynch". Prämiert wurden gestern in der Münchner Residenz auch die regionalen Finalisten des in zehn europäischen High-Tech-Regionen durchgeführten Ideenwettbewerbs für die kreativsten Anwendungen rund um die satellitengestützte Navigation. Der von der Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen und der SYSTEMS zum dritten Mal ausgerichtete Ideenwettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie und wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) und der European Space Agency (ESA) unterstützt. Über 650 Teilnehmer aus ganz Europa reichten seit Bestehen des Wettbewerbs ihre innovativen Anwendungsideen ein. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr innovative Lösungen für die unterschiedlichsten Branchen: Seismografie, Landwirtschaft, Immobilien, Gaming, Logistik und Transportwesen.

München, 24.10.06. Der „GALILEO Master 2006" kommt aus Großbritannien: Conor Keegan erhielt gestern im Rahmen der ITK-Messe SYSTEMS 2006 diese begehrte Auszeichnung für seine Anwendungsidee Geosynch, die das präzise Zeitsignal der Navigationssatelliten nutzt, um zur Vorhersage von Naturkatastrophen wie Erdbeben, Vulkanausbrüchen oder Tsunamis beizutragen. Die Zeitsignale werden genutzt, um die Schallgeschwindigkeit unter der Erdoberfläche zu messen. Abweichungen in der Schallgeschwindigkeit weisen auf Veränderungen des Zustands, der Spannung und Zusammensetzung unter der Erdoberfläche hin. Diese Informationen könnten zukünftig als Teil eines Frühwarnsystems genutzt werden. Geosynch kann darüber hinaus auch für die Suche nach Grundwasservorkommen und fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas eingesetzt werden. Durch die Integration des Zeitsignals wird die Suche nicht nur präziser sondern auch kostengünstiger.

Neben dem Gesamtgewinner des Wettbewerbs präsentieren sich auch die acht regionalen Finalisten auf der SYSTEMS in München:

Aus Bayern stammt die Idee eines satellitengesteuerten „Unkraut-Roboters". Prof. Egon Füglein von der FH Würzburg-Schweinfurt bietet damit eine echte Alternative zum manuellen Unkraut-Jäten im biologischen Landbau und in Wasserschutzgebieten, wo nicht mit Herbiziden gearbeitet werden darf. Der „Weed-Robot" legt jedes Samenkorn einzeln in den Boden ab, speichert die Position und kann so nach Auflaufen von Unkraut die erforderlichen Hackarbeiten durchführen ohne die gesäten Kulturpflanzen zu beschädigen. Die Positionsbestimmung des „Weed-Robot" erfolgt durch GPS und erreicht heute bereits eine Genauigkeit von +/- 1,5 cm bei einer Geschwindigkeit von 2 km/h. Die hohe Genauigkeit von Galileo wird zukünftig wesentlich zu einer noch exakteren Positionsbestimmung beitragen. Selbstverständlich lässt sich der Weed-Robot auch für alle weiteren erdenklichen Outdoor-Positionier-Aufgaben im Zentimeter-Bereich umrüsten.

Der hessische Regionalsieger Holger Sdunnus erhielt die Auszeichnung für sein System G-WaLe: Galileo Based Measurement of Water Level. Das System dient zur exakten Überwachung der Wasserstände an Flüssen und Seen, um die Gefahr von Hochwasser verlässlich vorherzusagen. Die Basis ist ein Netzwerk aus schwimmenden Galileo Receiver Bojen, die den Wasserstand über ihre vertikalen Positionsdaten an eine Empfangsstation am Ufer übermitteln.

In Spanien wurde ein elektronisches Siegel als regionale Gewinneridee ausgezeichnet, das ISO Cargo Container weltweit lokalisieren und identifizieren kann. Das von Óscar Diáz entwickelte elektronische Siegel ermittelt unter Kombination von Satellitensignalen und RFID die Position, die Container ID, den ISP Typus sowie Frachtnummern und die Reiseroute eines Containerschiffs und leitet all diese Informationen an ein Drittsystem weiter. Durch die gebotene Integrität und Sicherheit wird diese Tracking- und Identifikationslösung stark von Galileo profitieren.

Die tschechische Jury ließ sich von einer Anwendung für das Transportwesen im Straßenverkehr überzeugen. Vladimir Vejvodas Idee kombiniert Satellitensignale mit GSM und Mikrowellen für ein Maut- und Flottensteuerungsgerät mit Zusatzfunktionen. Seine On-Board-Unit lässt sich innerhalb weniger Minuten installieren, entspricht dem Europäischen Standard und wurde bereits mit über 150 Geräten getestet.

Ivan Allevi und Georgio Soldavini aus Italien wurden für ihr Bergsteiger-Rettungssystem nominiert. An einem kombinierten GPS / GSM / GPRS – Gerät kann ein Verunglückter Bergsteiger eine Notfallknopf drücken, über den seine genaue Position umgehend an ein Notfallcenter übermittelt wird. Dadurch lassen sich überlebenswichtige Rettungszeiten wesentlich verkürzen.

Der niederländische Finalist Andy Lürling überzeugte das regionale Expertenteam mit seiner Idee „Real-time racing". Mit Hilfe der Satellitennavigation verbindet Lürling die virtuelle mit der realen Welt und ermöglicht es, zu Hause sitzenden Computer-Spielern virtuell an zeitgleich stattfindenden Sportereignissen teilzunehmen und gegen reale Sportler, bspw. Autorennfahrer anzutreten. Durch die exakte Verortung des realen Sportlers wird dessen Geschwindigkeit und Position direkt in das virtuelle Spiel übertragen.

Die französische Jury ließ sich von Alain Netter durch einen Solarindikator überzeugen. Die Idee nutzt Satellitensignale, um die jährliche Sonneneinstrahlung an einem ganz bestimmten Ort zu kalkulieren. Dies liefert wichtige Argumente für die Immobilienbranche, da das System die genaue Bestrahlung beispielsweise eines Balkons ermöglichen soll. Auch für die Ausrichtung von Solarzellen liefert „Solar Indice" die bestmögliche Position. Über eine Website soll diese Sonnenkalkulation für jedermann zugänglich sein.

Die belgischen Sieger sind François Dellicour und Olivier Cheslet. Mit „Give me the Path", einem mobilen Hilfesystem für Blinde und sehbehinderte Menschen, ermöglichen die beiden die Lokalisierung und Navigation von Personen in geschlossenen Gebäuden, z.B. in Krankenhäusern, Flughäfen, Bahnhöfen oder Supermärkten.

Mobile Endgeräte, wie z.B. PDAs oder Smartphones, orten und führen den Anwender mithilfe von WLAN und Satellitennavigation. Wichtige Informationen zur Umgebung werden der blinden Person mittels eines intelligenten Sprachsystems ausgegeben.

Alle Finalisten des „GALILEO Masters 2006" sowie der Gesamtgewinner präsentieren ihre Anwendungsideen diese Woche auf dem GALILEO Boulevard in der SatelliteNavigationArea, Halle A5 der SYSTEMS. Darüber hinaus wird sich hier mit allen Partnerregionen des Ideenwettbewerbs die größte Europäische Galileo Anwenderplattform vorstellen. Die meisten der Länder werden neben ihren regionalen Aktivitäten auch lokale Start-Up-Unternehmen mit an ihrem Messestand vorstellen, um das hohe Innovationspotential der Standorte an praktischen Beispielen zu demonstrieren.


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Daten und Fakten zum „GALILEO Masters"

Der EUROPEAN SATELLITE NAVIGATION COMPETITION (GALILEO Masters) ist ein internationaler Ideenwettbewerb, der die besten Ideen für Anwendungsinnovationen im Bereich Satellitennavigation auszeichnet. Er wird seit 2004 von der Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen und der SYSTEMS ausgerichtet und richtet sich an Firmen, Unternehmer, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Privatpersonen. Angefangen mit 3 Partnerregionen fand der Wettbewerb in diesem Jahr bereits in 10 Europäischen High-Tech-Regionen statt: Bayern, Nizza-Sophia Antipolis, Stevenage/East of England, Göteborg, Prag, Noordwjik und Varese, sowie den 3 neuen Regionen Madrid, Wallonien und Hessen.

Der Ideenwettbewerb soll die Zusammenarbeit dieser Regionen auf europäischer Ebene weiter verstärken, insbesondere was die Entwicklung von Anwendungen und Dienstleistungen betrifft, die das europäische Satellitennavigationssystem GALILEO ermöglichen wird. Der EUROPEAN SATELLITE NAVIGATION COMPETITION (GALILEO Masters) steht unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie und wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) und der European Space Agency (ESA) unterstützt.

Anwendungsideen rund um das Thema Satellitennavigation können jedes Jahr vom 1. Mai bis 30. Juni im Internet unter www.galileo-masters.com eingereicht werden.

Prämiert werden sowohl der GALILEO Master als auch die regionalen Finalisten im Rahmen eines Staatsempfangs in der Münchner Residenz während der SYSTEMS im Oktober. Zusätzlich bietet ein Stand auf der SYSTEMS allen Finalisten im Rahmen der SatelliteNavigationArea die ideale Plattform, um ihre Ideen einem qualifizierten Publikum vorzustellen. Diese vielversprechenden Kontakte konnten bereits in den letzten Jahren maßgeblich dazu beitragen, dass alle Gewinner ihre Ideen erfolgreich umsetzen konnten.

Über die Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen:

Die Anwendungszentrum GmbH betreibt am Luft- und Raumfahrtstandort Oberpfaffenhofen das Anwendungszentrum für Satellitennavigation. Es unterstützt die Gründung und Ansiedlung von Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen im Zusammenhang mit der satelliten-gestützten Navigation entwickeln und auf den Markt bringen. Die Zielkunden profitieren von einer regionalen Clusterbildung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Entrepreneurship, wobei Unternehmensgründer in ein Industrie- und Forschungsnetzwerk eingebunden sind, das sie von der Idee bis zur erfolgreichen Markteinführung unterstützt.

Die einzigartige Anbindung an das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt – DLR – bietet den angesiedelten Unternehmen ein günstiges Umfeld für Kooperationen in Forschungs- und Entwicklungsprojekten und mit der „SatelliteNavigationArea" auf der SYSTEMS steht ihnen darüber hinaus eine eigene Messeplattform zur Verfügung.

Über die SYSTEMS

Die SYSTEMS ist die führende Business-to-Business-Messe für IT, Media und Communications. Sie findet in München statt, Europas größtem Hightech- und Medienstandort.

Den Ausstellern bietet die SYSTEMS effiziente Unterstützung im Kontaktmanagement. Sie ist die Plattform für qualifizierte Kontakte, insbesondere mit kommerziellen und technischen Entscheidern aus Mittelstand und Großunternehmen. Diese erhalten auf der Basis der lösungs- und themenorientierten Messestruktur ein Höchstmaß an Sicherheit und Transparenz für ihre Investitionsplanungen.

Aussteller- und Besucherzahlen der SYSTEMS sind von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer im Auftrag der Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen (FKM) geprüft.

Die SYSTEMS 2006 findet vom 23. bis 27. Oktober 2006 in der Neuen Messe München statt. Die Marke SYSTEMS ist 365 Tage im Jahr präsent – unter www.systems-world.de.

Über die Messe München International (MMI)

Die Messe München International (MMI) ist mit rund 40 Fachmessen für Investitionsgüter, Konsumgüter und Neue Technologien eine der weltweit führenden Messegesellschaften. Über 30.000 Aussteller aus mehr als 100 Ländern und mehr als zwei Millionen Besucher aus über 200 Ländern nehmen jährlich an den Veranstaltungen in München teil. Darüber hinaus veranstaltet die MMI Fachmessen in Asien, in Russland, im Mittleren Osten und in Südamerika. Mit fünf Auslandsbeteiligungsgesellschaften in Europa und Asien sowie 66 Auslandsvertretungen, die 89 Länder betreuen, verfügt die MMI über ein weltweites Netzwerk.

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